Chalkida

Description

Chalkida (Aussprache: [xalˈkʲiða], neugriechisch Χαλκίδα (f. sg.)), früher auch Chalkis (altgriechisch Χαλκίς) genannt, ist die Hauptstadt der griechischen Insel Euböa. Als Gemeinde der Region Mittelgriechenland erstreckt sie sich zu beiden Seiten der schmalen Meeresstraße Euripos mit zwei Gemeindebezirken auf dem Festland und drei an der zentralen Westküste der Insel.

Über den Euripos führte bereits seit 411 v. Chr. eine Brücke, die Chalkis mit dem Festland verband. Eine Besonderheit dieser Meeresenge besteht darin, dass das Meer, das unter der Brücke hinwegfließt, alle sechs Stunden seine Strömungsrichtung ändert. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass es in der Bucht von Chalkida Gezeiten mit Ebbe und Flut gibt.

Geschichte

Chalkis war ursprünglich wohl eine Ansiedlung phönizischer Purpurfischer. Schon früh blühte hier der Handel und man kolonisierte unter anderem die Halbinsel Chalkidiki, die von Chalkis ihren Namen herleitet. Aber auch bis Unteritalien und nach Sizilien reichten die Kolonisationsbestrebungen. Zu den bekanntesten Gründungen gehören Pithekoussai und Cumae.

Im 7. Jahrhundert v. Chr. führte Chalkis den langwierigen und schließlich siegreichen Lelantischen Krieg gegen die Nachbarstadt Eretria um die Vorherrschaft auf Euböa. 506 v. Chr. wurde Chalkis dann von den Athenern unterworfen, die die Ländereien des Adels der Insel unter den 4.000 Familien verteilten. Perikles vereitelte einen Versuch, die Herrschaft Athens abzuschütteln, erst 411 v. Chr. konnte sich Chalkis freimachen. Man trat aber bereits 378 v. Chr. erneut in den zweiten Attischen Seebund ein, bis die Makedonier 338 v. Chr. die ganze Insel unter ihre Herrschaft brachten.

Als Festung und Handelsstadt blieb Chalkis während des Altertums und über das ganze Mittelalter von Bedeutung. Unter den Osmanen saß hier der Pascha für das östliche Zentralgriechenland. Von 1899 bis 2010 war Chalkida Verwaltungssitz der Präfektur Euböa. Chalcis in Graecia ist ein Titularbistum der katholischen Kirche.

Chalkis weist die älteste ununterbrochen bestehende jüdische Gemeinde Europas auf, die bereits seit der Antike existiert und zur Gruppe der griechischsprachigen Romanioten zählt. Im Zweiten Weltkrieg konnten dank der Hilfe ihrer christlichen Nachbarn von 327 Gemeindemitgliedern 305 gerettet werden. Heute hat die Gemeinde noch 66 Mitglieder.

Von 1844 bis 1971 befand sich hier das Theologische Seminar, die wichtigste Ausbildungsstätte für Priester und Theologen im Patriarchat Konstantinopel.

1993 wurde die neue zweite Brücke eröffnet, die Chalkida und die Insel Euböa mit dem Festland verbindet. Im Jahr 2002 fanden die Ringer-Weltmeisterschaften der Frauen in Chalkida statt.

Persönlichkeiten

  • Der griechische Philosoph Aristoteles starb im Jahre 322 v. Chr. in Chalkida, dem Geburtsort seiner Mutter.
  • Der Grammatiker und Dichter Lykophron aus Chalkis (um 290/250 v. Chr.) stammt wahrscheinlich aus der Stadt.
  • In Chalkida wurde 1904 der Komponist Nikos Skalkottas geboren. Er starb 1949 in Athen.
  • Der griechische Politiker und ehemalige Ministerpräsident Nikolaos Kalogeropoulos (1851–1927) wurde in Chalkida geboren.
  • Mardochäos Frizis (1893–1940), Oberst der griechischen Streitkräfte, fiel als erster höherer griechischer Offizier am 5. Dezember 1940 an der albanischen Front.
  • Angelos Basinas (* 1976), griechischer Fußballspieler

Einwohnerentwicklung

Städtepartnerschaft und Städtefreundschaft

Seit dem Jahr 1999 besteht eine Städtepartnerschaft mit Brühl.

Seit dem Jahr 2000 besteht auch eine Städtefreundschaft mit Menden.

Seit dem Jahr 2011 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Insel Salamis in Griechenland

Verkehr

Im Jahre 1992 wurde eine mehrspurige Hängebrücke über den Euripos-Kanal fertiggestellt. Sie trägt wesentlich zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Stadt Chalkida und den anderen Teilen der Insel Euböa bei. Vor der Eröffnung der neuen Brücke gab es nur eine kleine Klappbrücke an der engsten Stelle der Meerenge, die – mitten in der Stadt gelegen – die Hauptverbindung zwischen der Insel Euböa und dem zentralgriechischen Festland darstellte.

Straßennetz

  • Nationalstraße 44
  • Nationalstraße 77
  • Nationalstraße 1
  • GR-A1 E 75.

Sehenswürdigkeiten

Chalkida weist keine überragende Attraktion auf und wird von Touristen eher als Durchgangsstation zur Insel Euböa verstanden. Trotzdem gibt es einige Sehenswürdigkeiten, die sich vornehmlich im südlichen (älteren) Teil der Stadt befinden. Zu nennen sind vor allem:

  • Die Kirche Agia Paraskevi wurde zeitweise von Katholiken genutzt, was auch die gotischen Zusätze erklärt. Die Kreuzrippengewölbe sind bis auf zwei kleinere in der osmanischen Zeit entfernt worden, da das Gebäude als Lagerhaus genutzt wurde. Nach der Gründung des griechischen Staates wurde das Gebäude wieder zum Gotteshaus, die Ikonostase wurde klassizistisch ausgeführt.
  • Die Emir Zade Moschee ist unweit der Kirche und wird heute von Archäologen genutzt. Davor befindet sich ein osmanischer Brunnen zur rituellen Waschung.
  • Das kleine archäologische Museum ist direkt im Zentrum. Es zeigt nur wenige Fundstücke, die auf die Bedeutung der Stadt als Keramikproduzent in der Antike hinweisen, dafür einige sehr wertvolle Skulpturen aus hellenistischer und römischer Zeit.
  • Das römische Aquädukt (Kamares)
  • das „Rote Haus“ im neoklassizistischen Stil
  • die Festung Karababa auf der Festlands-Seite der Stadt
  • die Synagoge in der Kotsou-Straße (Baujahr 1855) und der alte jüdische Friedhof in der Odos Ellinon Evräon Martyron (ehem. Messapion)

 

Address


Chalcis
Greece

Lat: 38.464523315 - Lng: 23.605070114