Lille

Description

Lille  ist eine Großstadt im Norden von Frankreich an der Grenze zu Belgien. Lille ist Präfektur des Départements Nord und Hauptstadt der Region Hauts-de-France. Sie trägt den Beinamen „Hauptstadt von Flandern“ und ist mit 233.897 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) – neben Roubaix, Tourcoing und Villeneuve-d’Ascq – eine Kernstadt des Gemeindeverbandes Métropole Européenne de Lille, der sich aus 85 Gemeinden zusammensetzt und 1,1 Millionen Einwohner zählt.

Als größte Stadt bildet Lille zusammen mit den benachbarten Städten in Belgien (Mouscron, Kortrijk, Tournai und Menen) ein großflächiges Ballungsgebiet und von Januar 2008 an den ersten Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit, im Eurodistrikt Lille-Kortrijk-Tournai, mit insgesamt zwei Millionen Einwohnern. Mit den Städten des ehemaligen Bergbaureviers von Nord-Pas-de-Calais gehört sie außerdem zur 3,5 Millionen Einwohner zählenden Metropolregion Lille.

Kultur

Lille war 2004 zusammen mit Genua Kulturhauptstadt Europas. Seit 1976 besteht das Orchestre national de Lille.

Museen in Lille:

  • Musée Charles de Gaulle
  • Musée d’Arts Populaires de Lille-Sud
  • Musée de l’Hospice Comtesse
  • Musée de l’Institut Pasteur
  • Musée des Beaux-Arts
  • Musée des Cannoniers Sédentaires
  • Musée d’Histoire Naturelle et de Géologie
  • Musée Diocésan d’Art Religieux
  • Musée Industrial et d’Ethnologie
  • Palais Rihour

Regelmäßige Veranstaltungen

Jedes erste Wochenende im September findet die Braderie von Lille statt, der größte Trödelmarkt in Europa mit circa 2 Millionen Besuchern.

Seit 2002 findet zudem jeden Sommer das Klassik-Festival Clef de Soleil statt.[

Bauwerke

  • Bahnhof Lille-Flandres
  • Kathedrale Notre Dame de la Treille
  • Palais Rihour von 1453
  • Zitadelle von Lille (Festung), erbaut von 1667 bis 1673, Architekt de Vauban, Bauherr Ludwig XIV., 5eckiger Grundriss.
  • Synagoge (Monument historique)
  • Tour de Lille

Geschichte

Überblick

Der altfranzösische  leitet sich von ihrer ursprünglichen Lage auf einer Sumpfinsel im Tal der Deûle ab, wo sie gegründet wurde. Lille und Umgebung gehörten zu der historischen Region Französisch-Flandern, dem ehemaligen Territorium der Grafschaft Flandern, das sich außerhalb des westflämischen Sprachraums befand. Vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution erlebte Lille als Garnisonsstadt eine wechselvolle Geschichte. Bekannt als meistbelagerte Stadt Frankreichs gehörte sie nacheinander zur Grafschaft Flandern, zum Königreich Frankreich, zum Haus Burgund, zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und zu den Spanischen Niederlanden, bevor sie am Ende des spanischen Erbfolgekrieges wieder an Frankreich fiel. Sie wurde 1792 während des ersten Koalitionskrieges zwischen Frankreich und Österreich noch einmal belagert und während der Besatzungszeit in den beiden Weltkriegen des zwanzigsten Jahrhunderts jeweils schwer mitgenommen.

Seit ihrer Entstehung war Lille eine Handelsstadt und vom 16. Jahrhundert an auch gewerbebetreibend. Die Industrielle Revolution formte aus ihr eine große Industriestadt, bei der sich vor allem Textil- und Maschinenbauindustrie ansiedelten. Ihr Niedergang in den 1960er Jahren zog eine lange Krisenzeit nach sich. Erst die Umstellung der Wirtschaft auf Dienstleistungen und die Sanierung heruntergekommener Stadtviertel in den 1990er Jahren führten zu einem Wandel des Stadtbildes. Wichtige Stationen auf ihrem Weg zur Neugestaltung markieren der Bau des neuen Geschäftsviertels Euralille ab 1988, die Durchfahrt des TGV 1993 und des Eurostar 1994, die Entwicklung zu einem Universitätsstandort mit rund 100.000 Studenten (Stand: 2000) sowie die Einstufung als Stadt der Kunst und Geschichte und Kulturhauptstadt Europas als Folge des Kulturprojektes Lille 2004.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurde der Festungsgürtel um Lille nicht genutzt. Man erklärte die Regionalhauptstadt am 1. August 1914 zur «offenen Stadt». Die französische Armee verzichtete darauf, eine Stadt mit veralteten und seit 1910 deklassierten Festungsanlagen zu verteidigen. Deutsche und französische Soldaten zogen hier nacheinander durch, ohne dass es zu irgendwelchen Kampfhandlungen kam.

Die Festung Maubeuge – 88 km südöstlich von Lille – wurde von den Deutschen ab dem 28. August 1914 belagert, mit Artillerie beschossen und so zerstört, dass der Kommandant am 7. September kapitulierte. Die um 1890 aufkommenden Brisanzgranaten waren sehr viel stärker als die davor verwendete Munition. Der Fall von Maubeuge zeigte also, dass die Nicht-Verteidigung von Lille eine richtige Entscheidung war.

Am 3. Oktober 1914 entschlossen die Franzosen sich dann aber doch zur Verteidigung von Lille. Die Stadt wurde von den Deutschen daraufhin belagert und – insbesondere um das Bahnhofsviertel herum – so stark beschossen, dass sie am 13. Oktober kapitulieren musste. Die noch intakten Festungen wie das Fort von Seclin dienten den Besatzern als Kasernen oder Munitionsdepots. Der zeitweise in der Gegend stationierte Jagdflieger Max Immelmann erhielt von seinen Gegnern den Beinamen "Adler von Lille".

Im Juli 1915 nahmen die Deutschen 30 Geiseln, die in der Zitadelle inhaftiert wurden, und 131 weitere, die sie nach Deutschland deportierten. Zuvor hatten sich die Bürger von Lille geweigert, für die Besatzungsarmee zu arbeiten. Im November 1916 wurden weitere 300 Zivilisten – darunter auch der Bürgermeister Delory – in ein Lager gebracht. Damit wollten die Deutschen den Willen der Bevölkerung beugen und die Freilassung ihrer Geiseln von der französischen Regierung erzwingen.

Am 11. Januar 1916 nachts um 3:30 Uhr wurde Lille von einer heftigen Explosion erschüttert. Die Bastion „18 Ponts“ war in die Luft geflogen, vermutlich durch Selbstentzündung von minderwertigem Sprengstoff. Der Krater war 30 m tief und hatte einen Durchmesser von 150 m. Fensterscheiben im Umkreis von Dutzenden Kilometern gingen zu Bruch.

Am 23. und 24. April 1916 brannte das Rathaus von Lille ohne erkennbaren Grund nieder.

Lille war bis Oktober 1918 deutsch besetzt. Die Stadt wurde durch britische Truppen des Generals Birdwood befreit, der später die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhielt.

1932 wurde ein an anderer Stelle neugebautes Rathaus eingeweiht.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg begann die Wehrmacht am 10. Mai 1940 den Westfeldzug. Die Beneluxstaaten kapitulierten schnell (Belgien am 28. Mai); deutsche Truppen marschierten am 29. Mai 1940 in Lille ein (und auch in anderen Orten wie z.B. Ostende und Ypern). Am 31. Mai kapitulierte die französische 1. Armee nach viertägiger Belagerung bei Lille. Lille wurde in der Folge (wie das gesamte Département Nord) der Militärverwaltung für Belgien (nicht der für Frankreich) unterstellt.

Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Am 25. August 1944 kapitulierte Paris praktisch kampflos; am 3. September 1944 befreiten Truppen der Westalliierten Lille.

Nachkriegszeit

Mit der beginnenden Krise der Schwerindustrie (siehe auch Stahlkrise) in den 1960er Jahren wandte sich Lille zunehmend dem Dienstleistungssektor zu (Strukturwandel).

source https://de.wikipedia.org/wiki/Lille

 

Address


Lille
France

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