Description
Der Berliner Dom (offiziell: Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) am Lustgarten auf der Museumsinsel ist eine evangelische Kirche und dynastische Grabstätte im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff im Stil der Hochrenaissance und des Barocks errichtet, ist der denkmalgeschützte Bau die größte evangelische Kirche Berlins und Deutschlands sowie eine der bedeutendsten dynastischen Grabstätten Europas.
Seit dem Abriss der Denkmalskirche im Norden 1975 besteht der Berliner Dom aus der großen Predigtkirche in der Mitte, der kleineren Tauf- und Traukirche im Süden sowie der Hohenzollerngruft, die fast das gesamte Untergeschoss einnimmt. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurde er außen bis 1984 vereinfacht und innen bis 2002 originalgetreu wiederaufgebaut. Aktuell wird er neben Gottesdiensten auch für Staatsakte, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt.
Maße
Ursprünglich war der Dom 114 Meter lang, 73 Meter breit, 116 Meter hoch und bot 2100 Sitzplätze. Aufgrund der abgerissenen Denkmalskirche, der vereinfacht wiederaufgebauten Kuppel und der in die Predigtkirche versetzten Prunksarkophage ist er heute 90 Meter lang, 98 Meter hoch und bietet 1390 Sitzplätze. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 33 Metern.
Geschichte
Erster Dom 1536–1747
Die Geschichte eines Doms auf der Spreeinsel reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im gerade fertiggestellten Schloss wurde 1450 die Erasmus-Kapelle als Hofkirche geweiht. Das bei ihr angesiedelte Kollegiatstift wurde 1465 von Papst Paul II. bestätigt.
Nachdem Joachim II. im Jahr 1535 Kurfürst geworden war, ließ er die südlich des Schlosses gelegene Dominikanerkirche zur neuen Hofkirche umbauen. Die mittelalterliche Backsteinkirche der Dominikaner im gotischen Stil wurde ausgebaut, reich ausgestattet, es wurden fürstliche Begräbnisstätten eingerichtet und ein Glockengeläut installiert. Der neue Dom wurde 1536 geweiht. Im Jahr 1539 trat Joachim II. zum lutherischen Glauben über: Aus dem katholischen Dom wurde ein evangelischer Dom. 1608 wurde auch das Domkapitel aufgelöst, der Dom wurde zur obersten Pfarrkirche Cöllns.
Der Übertritt des Kurfürsten Johann Sigismund und seines Hofes zum reformierten Bekenntnis am Weihnachtstag 1613 im Dom und seine folgende Umgestaltung im reformierten Sinn hatten Konflikte mit den Ständen und der lutherischen Kirche der Kurmark zur Folge. Sie entluden sich im April 1615 in Berlin und Cölln seitens der Einwohner im Kalvinistenrummel mit schweren Tumulten und Plünderungen der Wohnhäuser der kalvinistischen Hofgeistlichen.
Barockdom, Schinkeldom und Neubaupläne
Da die Backsteinkirche in den folgenden Jahrhunderten baufällig geworden war, ließ Friedrich II. zwischen 1747 und 1750 einen barocken Neubau am Lustgarten, dem heutigen Standort des Doms, errichten und nach der Überführung der kurfürstlichen Särge in den Neubau den alten Dom abreißen. Architekten dieses am 6. September 1750 geweihten Neubaus waren der aus den Niederlanden stammende Johann Boumann, der eine sehr nüchterne Konzeption des Barocks hatte, sowie Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gestaltete Karl Friedrich Schinkel den Dom in einer schlichten Variante des damals modernen Klassizismus um, das Innere in den Jahren 1816/1817, das äußere Erscheinungsbild in den Jahren 1820/1821. Leitender Bauingenieur (Regierungsbaukondukteur) beim Umbau war der Schinkelschüler und spätere Mecklenburg-Strelitzer Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel.
Während des 19. Jahrhunderts wurde diskutiert, ob der bestehende bescheidene Schinkel-Dom, der ein Umbau der unter Friedrich dem Großen errichteten barocken Domkirche war, den Repräsentationsansprüchen der Monarchie noch länger gewachsen sei. Auf Betreiben von König Friedrich Wilhelm IV. wurde beschlossen, eine neue, prunkvollere Domkirche zu bauen, die als zweitürmige Basilika mit einem dreischiffigen Langhaus nach italienischem Vorbild errichtet werden sollte. Die Entwürfe lieferte Friedrich August Stüler, ein Schüler Schinkels. Mit ersten Bauarbeiten wurde begonnen. Die Grundmauern mit den sich abzeichnenden Apsiden wurden in der Spree errichtet. Ebenso wurden neben dem Dom bereits die hohen Mauern der geplanten königlichen Begräbnisstätte und Hohenzollern-Grablege, des von König Friedrich Wilhelm IV. sogenannten Campo Santo errichtet. Das an dieser Stelle befindliche königliche Waschhaus war zuvor abgerissen worden. Die Revolution von 1848 hatte die Bauarbeiten zunächst unterbrochen. In der folgenden Reaktionsära ließ das öffentliche Interesse am Basilika-Projekt zugunsten eines Kuppelbau-Projektes nach. Hinzu kam, dass der Hof 1854 durch die Fertigstellung der Schlosskuppel eine neue, prachtvolle Hofkirche bekommen hatte. Inzwischen bestimmte in Preußen das Abgeordnetenhaus über den Staatshaushalt. Dessen Mehrheit war unwillig, die ambitionierten Bauprojekte des Königs zu finanzieren. Damit waren die Bauarbeiten im Jahr 1848 für Jahrzehnte zum Erliegen gekommen.
- Entwürfe von F.A. Stüler
Domneubau 1894–1905
Nach der Reichsgründung erneuerte sich der Ruf nach einem repräsentativen Gotteshaus, das sich mit den großen Kirchen der Welt messen konnte. 1885 legte der Architekt Julius Raschdorff, Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg, Pläne für einen Neubau vor. Aber erst Wilhelm II. veranlasste in seiner Eigenschaft als König und Summus Episcopus in Preußen den Abriss des Schinkel-Doms und den Bau eines neuen Doms nach Raschdorffs Plänen, die von einer eklektizistischen Anverwandlung von Bauformen der italienischen Hochrenaissance und des Barock geprägt waren.
Die Grundsteinlegung dieses Baus erfolgte am 17. Juni 1894, mit der Zielstellung, das Bauwerk im Jahr 1900 einweihen zu können. Bauverzögerungen führten jedoch dazu, dass dies erst am 27. Februar 1905 erfolgen konnte. Die Bauplanung und spätere Bauausführung lagen in den Händen von Julius Raschdorff (seit dem 2. Juli 1892 Dombaumeister) sowie seinem Sohn Otto, wobei Wilhelm II. während der gesamten Bauzeit Einfluss auf die Gestaltung des Doms ausübte. Insbesondere nahm Anton von Werner die Ausmalung des Innenraums der Predigtkirche nach den persönlichen Wünschen Wilhelms II. vor. Erster Bauführer war zwischen 1894 und 1896 Raschdorffs Mitarbeiter Moritz Korn.
Der Hauptaltar aus dem Vorgängerbau, geschaffen von Friedrich August Stüler (1850), fand im Neubau seinen Platz. Carl Joseph Begas hatte das Altarbild der Tauf- und Traukirche gestaltet.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Dom zunehmend größere Schäden. Zunächst wurden bei einem Luftangriff auf die benachbarte Burgstraße sämtliche Altarfenster zerstört, in den Kuppeln der Ecktürme kam es zu größeren Rissen. Später, bei einem der stärksten Luftangriffe auf Berlin am 24. Mai 1944, traf es dann die Kuppel mit ihrer Laterne schwer. Ein Kanister, gefüllt mit Flüssigbrandstoff, setzte die Holzverschalung unter der Kupfereindeckung in Brand. Die anrückenden Löschtruppen konnten den Brandherd nicht erreichen. Daraufhin stürzte die gesamte Kuppellaterne in das Dominnere hinab, durchschlug mit ihrem enormen Gewicht den Boden der Predigtkirche und beschädigte große Teile der darunterliegenden Hohenzollerngruft.
Nachdem die Predigtkirche unbenutzbar geworden war, versammelte die Domgemeinde sich erstmals zu Pfingsten 1944 in der Krypta unter der Denkmalskirche. Umgebaut zur Domgruftkirche diente sie, von einer Unterbrechung von Frühjahr bis September 1945 abgesehen, und seit 1946 mit der Schuke-Orgel ausgestattet, den Gottesdiensten der Domgemeinde. Bis zu seinem Ruhestand 1960 predigte hier der Oberdomprediger Bruno Doehring jeden Sonntag vor rund eintausend Gläubigen. Im Jahr 1971 nach notdürftiger Wiederherstellung der Tauf- und Traukirche geschlossen, wurde die verkleinerte Domgruftkirche noch einmal in den Jahren 1975–1980 während der Restaurierungsarbeiten in der Tauf- und Traukirche benutzt.
Die Kuppel hatte sich in ihrer Form erhalten können, nun klaffte aber ein großes Loch an der Stelle ihrer Spitze. Die Predigtkirche, schon durch Staub und Trümmer schwer geschädigt, erlitt weitere Schäden durch die folgenden Wettereinflüsse, ebenso die Kuppelmosaiken. Um das Dominnere zu schützen, kam daher nur eine schnellstmögliche Schließung der Kuppel in Frage. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss deshalb 1949 eine Soforthilfe, sodass die notwendigen Arbeiten bis 1953 abgeschlossen werden konnten.
Im Jahr 1975 begann schließlich der Wiederaufbau des Doms. Dabei wurden jedoch die Unterfahrt am Südwestturm sowie die Denkmalskirche an der Nordseite aus ideologischen Gründen von der DDR-Regierung abgerissen, obwohl beide Gebäudeteile den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden hatten. Außerdem wurden der marmorne Bismarck-Sarkophag von Reinhold Begas bis auf den Kopf zerstört und die Prunksarkophage der Hohenzollern in die nun verkleinerte Gruftkirche verlegt. Immerhin 204 Fassadenelemente der Denkmalskirche konnten gerettet und in ein Depot in Ahrensfelde verbracht werden, wo sie bis heute liegen. Die Hauptkuppel und die vier Turmabschlüsse wurden nicht gemäß den ursprünglichen Plänen, sondern in stark vereinfachter Form sowie um jeweils 16 Meter in der Höhe reduziert wiedererrichtet. Besonders auffällig waren auch die Entfernung sämtlicher Abschlusslaternen und die Schaffung eines völlig neuen Kuppelkreuzes. 1983 waren diese Arbeiten so weit fortgeschritten, dass bis 1993 die aufwendige Rekonstruktion der Innenräume durchgeführt wurde. Sowohl das kaiserliche Treppenhaus als auch die zentrale Predigtkirche wurden nach Raschdorffs Originalplänen wiederhergestellt. Weiterhin erhielt das Südportal die bronzene Versöhnungstür von Siegfried Krepp. Anschließend folgten der Einbau der farbigen Chorfenster sowie die Restaurierung der Kuppelmosaiken, deren letztes Teilstück 2002 feierlich enthüllt wurde. In diesen Zusammenhang gehörte auch die umfassende Reinigung der Sauer-Orgel.
Kuppel
Historische Kuppel
Die Demontage des Kuppelkreuzes beflügelte eine Diskussion darüber, ob die fünf Kuppellaternen, wie sie vor dem Krieg das Bauwerk zierten, wieder aufgesetzt werden sollten. Kritiker des Kuppelkreuzes aus DDR-Zeiten bemängeln insbesondere, dass die ursprünglich umgesetzten Proportionen des Bauwerks mit der reduzierten Lösung nur unzureichend wiedergegeben werden. Entsprechend setzte sich insbesondere der Evangelische Kirchenbauverein für eine Rekonstruktion des Urzustandes ein und erhielt hierfür auch Unterstützung von der Gesellschaft Historisches Berlin. Im Streit hierüber wurden die Kritiker jedoch von der Domgemeinde abgewiesen, die diesem Ansinnen ablehnend gegenüberstand. Erschwerend für eine Rekonstruktion wirkt sich auch der Umstand aus, dass der derzeitige Zustand unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die historische Kuppelkonstruktion des Unterbaus hingegen wurde 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.
Kuppelkreuz
Anfang Dezember 2006 wurde die 1981 im Zuge des Wiederaufbaus auf die Domkuppel gesetzte Laternenbekrönung abgenommen. Das Dombaubüro hatte Statiker eingeschaltet, nachdem im August 2006 Rostschäden unter der vergoldeten Kupferblechverkleidung entdeckt worden waren. In den Gutachten wurde festgestellt, dass die Standfestigkeit des 12,5 Tonnen schweren und 15 Meter hohen Kuppelkreuzes bei Stürmen nicht mehr gewährleistet sei. Da die Konstruktion aus hohlen Stahlformen von innen und außen vollständig zerfressen war, konnte sie nicht restauriert werden.
Die Schäden waren auf Bimetallkorrosion zurückzuführen, die bei der Kombination von unterschiedlich edlen Metallen (hier: Kupfer und Stahl) entsteht und zur Korrosion des jeweils unedleren Metalls (hier: Stahl) führt. Dem verwendeten KT-Stahl (korrosionsträger Stahl, Cortenstahl) wurden in den 1970er Jahren günstigere Materialeigenschaften zugetraut. Aufgrund des Schadensbildes mussten auch andere Dachaufbauten mit vergleichbaren Materialkombinationen auf Schäden untersucht werden, z. B. die Kugeln auf den vier Ecktürmen sowie der kupfergetriebene Figurenschmuck.
Die Rekonstruktion des Kuppelkreuzes in der Fassung von 1981 übernahm die Metallbaufirma Breidenbach aus dem oberbayerischen Peiting. Das neue Kreuz wurde anschließend von Berliner Spezialisten mit 1,5 Kilogramm Blattgold belegt. Am 19. August 2008 wurde es von einem 500-Tonnen-Kran auf die Domkuppel gehoben. Von 1,2 Millionen Euro Kosten, die bei den Sanierungsmaßnahmen am Berliner Dom entstanden, entfielen 700.000 Euro auf das neue Kuppelkreuz.
Das alte Kuppelkreuz wurde – allerdings ohne die Kuppelkrone – auf den Friedhof der Oberpfarr- und Domkirche an der Liesenstraße umgesetzt.
Rund um die Kuppel zieht sich ein Kranz, auf dem in regelmäßigen Abständen 20 kupferne Engelsfiguren thronen. Diese wurden anlässlich der Reparaturen 1978–1981 von der Kunstschmiede Berlin aufgearbeitet, auch zu Teilen komplett erneuert.
Innenausstattung
Im Zentrum der Kuppel befindet sich ein Rundfenster, das die Heiliggeisttaube im Strahlenkranz zeigt. Darunter sind acht großformatige Mosaiken zu sehen, die die Seligpreisungen der Bergpredigt darstellen. Geschaffen wurden sie von Anton von Werner, von dem auch die Mosaiken der vier Evangelisten in den Nischen der Gewölbepfeiler stammen. Die Altarraumfenster, die Jesu Geburt, Kreuzigung und Auferstehung sowie Engel mit den Symbolen von Tod, Glaube, Liebe und Hoffnung darstellen, wurden ebenfalls von ihm geschaffen. Auf den Gesimsen der Halbsäulen im Kirchenraum stehen an der Altarseite Sandsteinstatuen der vier Reformatoren Calvin, Luther, Melanchthon und Zwingli, auf der gegenüberliegenden Seite, um die Kaiserloge, die der vier weltlichen Herrscher Albrecht von Preußen, Joachim II., Friedrich der Weise und Philipp der Großmütige, die Förderer der Reformation waren. Jeweils zwischen zwei Figuren über den konchenartigen Nischen zeigen vier Flachreliefs von Otto Lessing Szenen aus der Apostelgeschichte (Steinigung des Stephanus, Bekehrung des Paulus, Petrus in Athen, Heilung eines Lahmen).
Unter der Orgelempore sind barocke Prunksarkophage für den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und seine zweite Gemahlin Dorothea aufgestellt sowie ein bronzenes Tischgrabmal für Kurfürst Johann Cicero und ein Grabdenkmal für Friedrich III. Unter der Südempore befinden sich zwei vergoldete Prunksärge für König Friedrich I. und Sophie Charlotte. Diese wurden von Andreas Schlüter geschaffen. Schlüter entwarf auch das Adlerpult von 1701 vor dem Altarraum. Das vergoldete Original dieses Lesepults befindet sich im Dommuseum.
Der Altartisch aus weißem Marmor und gelblichem Onyx, von Friedrich August Stüler geschaffen, stellt eine Mischung aus lutherischem Blockaltar und reformiertem Tischaltar dar und verbildlicht damit den Zusammenschluss der beiden Kirchen zur Unierten Kirche in Preußen. Hinter dem Altar hat die Chorschranke des alten Doms als Altarwand Aufstellung gefunden. Sie besteht aus vergoldeter Bronze und ist mit Kopien der Apostelfiguren des Nürnberger Sebaldusgrabes verziert. Vor dem Altar stehen zwei Kandelaber aus vergoldetem Eisen. Sie stammen wie die Apostelschranke von Karl Friedrich Schinkel. Der Entwurf für die aus Eichenholz geschnitzte Kanzel stammt von Otto Raschdorff, dem Sohn des Dombaumeisters, der auch den Orgelprospekt entwarf. Über der Orgel zeigen Kartuschenbilder Jesus Christus als Weltenrichter in einer Engelsglorie. Die Stuckkartuschen über den anderen Emporen waren ebenfalls für Bilder gedacht, sind aber aus Kostengründen schmucklos geblieben.
Für feierliche Anlässe besitzt der Berliner Dom ein Vortragekreuz des bayerischen Künstlers Helmut Ulrich. Das Kreuz besteht aus Rosenquarz, Bergkristall sowie gelbem Aragonit. Da Vortragekreuze in evangelischen Gemeinden, oft zur Abgrenzung zur katholischen Liturgie, eine Seltenheit geworden sind, stellt dieses Kreuz eine Besonderheit des Berliner Doms dar.
Die prächtigste Empore der Kirche ist die Kaiserloge. An deren Brüstung ist ein Wappen mit Reichsadler angebracht, das von einer Krone mit Kreuz bekrönt wird und so die Verbindung von Kirche und Staat darstellt.
Orgeln
Sauer-Orgel von 1905
Die Orgel in der Predigtkirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt Sauer, der Orgelprospekt von dem Bildhauer Richard Moest. Das Instrument wurde zeitgleich mit dem Dom entworfen und realisiert.
Die Technik entspricht dem Stand von 1905 und wurde zuletzt im Jahr 2006 grundlegend saniert. 1932 wurde das Rückpositiv durch Domorganist Fritz Heitmann neu disponiert, für die Mensuration dabei zeichnete Hans Henny Jahnn verantwortlich. Bei der Restaurierung 1988–1993 wurde die Orgel auf den Stand von 1905 zurückgeführt.
Mit ihren 7269 Pfeifen (113 Register, vier Manuale zuzüglich Pedal) ist sie die größte vollpneumatische hochromantische Orgel und war seinerzeit die größte Domorgel in Deutschland.
Die Nummerierung entspricht nicht der Reihenfolge am Instrument.
- Koppeln: II/I, III/I, IV/I, Super I/I, III/II, IV/II, Super II/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P.
- Spielhilfen: Registercrescendo, 3 freie Kombinationen, Mezzoforte, Forte, Tutti, Rohrwerke, Piano-Pedal, Jalousieschweller III. Manual, Jalousieschweller IV. Manual, Jalousieschweller Vox humana, Handregister ab, Rückpositiv ab.
Schuke-Orgel von 1946
In der Tauf- und Traukirche befindet sich eine Schuke-Orgel aus dem Jahr 1946, die ursprünglich in der Domgruftkirche aufgestellt war.
- Koppeln: II/I, I/P, II/P.
Glocken
Im Nordwestturm hängt ein dreistimmiges Bronzegeläut. Es besteht aus drei unterschiedlichen Glocken. Sie hängen in einem dreifeldrigen Stahlstuhl (große Glocke in der Mitte). Die kleine Glocke hängt am Holzjoch, die übrigen an Stahljochen.
Die mit drei Tonnen schwerste Glocke heißt Neue Wilsnacker Glocke und wurde 1929 von der Glockengießerei Lauchhammer gegossen; ihr Schlagton ist h0. Als Zier trägt sie den Gekreuzigten und den Auferstandenen. Sie ersetzte die Glocke der Wilsnacker Wunderblutkirche aus dem Jahr 1471, die sich seit 1552 in den Vorgängerbauten des Berliner Doms befunden hatte. Sie war 1921 durch einen Sprung unbrauchbar geworden, wurde repariert und kam, 1928 erneut gesprungen, nach Lauchhammer. Dort rettete sie 1930 in letzter Stunde das Märkische Museum vor dem Einschmelzen und stellte sie 1935 in der Kirchenhalle des Museums auf.
Denkmalskirche
Die apsisförmige Denkmalskirche im Norden des Doms enthielt die Prunksarkophage der Hohenzollern und den Zugang zur gleichnamigen Gruft. Sie war 24 Meter lang, 24 Meter breit und 21 Meter hoch. Ein hoher Sockel mit Fenstern, das Hauptgeschoss mit Risaliten sowie eine niedrige Attika mit Kuppel gliederten den Bau. Mächtige Säulen und Pilaster, ein kräftiges Gebälk sowie sich abwechselnde Dreiecks- und Segmentgiebel hoben das Hauptgeschoss besonders hervor. Außerdem schmückten Rahmen, Fenster und Skulpturennischen die Fassade. Von Norden her wirkte die Denkmalskirche ähnlich wie das Pantheon in Rom, an dem Raschdorff sich bei der Planung orientierte.
Ein eigenes Portal am Nordwestturm führte ins Innere der Denkmalskirche, das aus einem Vorraum, dem großen Hauptraum mit den fünf Kapellen sowie einem Treppenraum zur Hohenzollerngruft am Nordostturm bestand. Hohe Säulen mit einem breiten Gebälk, auf dem ein stuckverziertes Tonnengewölbe mit runder Lichtöffnung ruhte, beherrschten den Hauptraum. Rundbögen verbanden ihn mit den Kapellen, die niedrige Pilaster und schlichte Kreuzgratgewölbe schmückten. Darin standen von links nach rechts die Prunksarkophage von König Friedrich I. und Königin Sophie Charlotte, Kaiser Friedrich III., Kurfürst Friedrich Wilhelm I. und Kurfürstin Dorothea sowie Kurfürst Johann Cicero. In der Bodenmitte des Hauptraums, von dem aus auch eine Tür zur Predigtkirche führte, lag die Gruftöffnung zum Herablassen von Sarkophagen ins Untergeschoss. Zudem befanden sich das Bismarck-Grabdenkmal von Reinhold Begas sowie die Skulpturen „Kreuzabnahme Christi“ von Michael Lock und „Osterengel am Grabe“ von Emil Graf von Görtz im Inneren der Denkmalskirche.
Im Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigt, wurde die Denkmalskirche 1975 aus ideologischen Gründen von der DDR-Regierung abgerissen. Dadurch verlor der Dom einen wesentlichen Bestandteil, die Sarkophagsammlung ihren Ausstellungsraum und die Hohenzollerngruft ihren Zugang. Arbeiter retteten jedoch 204 Fassadenteile, die seitdem in einem Depot in Ahrensfelde liegen. Rüdiger Hoth bezeichnet das Fehlen des Gebäudes als einen Makel. Neben dem ehemaligen Dombaumeister fordert auch der Dombauverein eine Rekonstruktion der Denkmalskirche.
Hohenzollerngruft
Die fast das gesamte Untergeschoss des Berliner Doms einnehmende Hohenzollerngruft ist die wichtigste dynastische Grabstätte Deutschlands. Sie zählt zusammen mit der Kapuzinergruft in Wien, der Kathedrale von Saint-Denis bei Paris und dem Kloster El Escorial bei Madrid zu den bedeutendsten dynastischen Grabstätten Europas. In ihr fanden insgesamt 94 Mitglieder des Hauses Hohenzollern von Ende des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts ihre letzte Ruhe. Dazu gehören auch Kurfürsten und Könige, die die Geschichte Brandenburgs und Preußens maßgeblich prägten. Gemeinsam mit den Prunksarkophagen in der Predigtkirche, die ursprünglich in der 1975 abgerissenen Denkmalskirche standen, zeugen die Särge von 500 Jahren europäischer Grabkultur. Neben teils aufwändigen Stein- und Metallsarkophagen, die alle Kunststile ab der Spätgotik vertreten, enthält die Hohenzollerngruft auch besonders seltene Holzsärge, die mit Textilien wie Samt oder Brokat bespannt sind. Während des Zweiten Weltkriegs beschädigten Bombentreffer die Gruft schwer und zerstörten einige Särge fast vollständig. Seit der Wiedereröffnung 1999 verzeichnet die Hohenzollerngruft rund 720.000 Besucher im Jahr. Derzeit plant der Bund eine umfangreiche Sanierung und Weiterentwicklung der Grabstätte.
Die Prunksarkophage in der Predigtkirche sind als Kenotaphe König Friedrich I. und Königin Sophie Charlotte, Kaiser Friedrich III., Kurfürst Johann Cicero, Kurfürst Friedrich Wilhelm I. und Kurfürstin Dorothea gewidmet. Bis auf die verschollenen Gebeine von Kurfürst Johann Cicero, dessen Grabmal das älteste des Doms ist, befinden sich ihre sterblichen Überreste in Steinsarkophagen mit hölzernen Innensärgen in der Hohenzollerngruft.
In der Hohenzollerngruft sind u. a. folgende Personen bestattet (in chronologischer und familiärer Reihenfolge):
- (Anmerkung: Die Nummerierung entspricht der an den Särgen angebrachten)
- (Nr. 3) – Kurfürst Johann (1525–1598) ∞ (Nr. 4) – Elisabeth von Anhalt (1563–1607), Tochter von Joachim Ernst von Anhalt
- (Nr. 2) – Elisabeth Magdalene von Brandenburg (1537–1595), Tochter von Kurfürst Joachim II., (der älteste Sarg der Hohenzollerngruft)
- (Nr. 5) – Kurfürst Joachim Friedrich (1546–1608) ∞ Erste Ehe: (Nr. 6) – Katharina von Brandenburg-Küstrin (1549–1602), Tochter von Johann von Brandenburg-Küstrin
- (Nr. 8) – Kurfürst Johann Sigismund (1572–1620)
- (Nr. 15) – Joachim Sigismund von Brandenburg (1603–1625)
- (Nr. 16) – Albrecht Christian (1609–1609)
- (Nr. 9) – August von Brandenburg (1580–1601)
- (Nr. 10) – Albert Friedrich von Brandenburg (1582–1600)
- (Nr. 12) – Joachim von Brandenburg (1583–1600)
- (Nr. 13) – Ernst (1583–1613)
- (Nr. 8) – Kurfürst Johann Sigismund (1572–1620)
- Kurfürst Joachim Friedrich ∞ Zweite Ehe: (Nr. 7) – Eleonore von Preußen (1583–1607), Tochter von Albrecht Friedrich von Preußen
- (Nr. 18) – Catharina Sophia (1594–1665), Tochter von Friedrich IV. (Pfalz)
- (Nr. 17) – Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1597–1660), Ehefrau von Kurfürst Georg Wilhelm, Tochter von Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz
- (Nr. 14) – Anna Sophia (1598–1659)
- (Nr. 20) – Georg (1613–1614)
- (Nr. 11) – Albrecht (1614–1620)
- (Nr. 21) – Catharina Sibylla (1615–1615)
- (Nr. 22) – Ernst (1617–1642)
- (Nr. A) – Kurfürst Friedrich Wilhelm (1620–1688) ∞ Erste Ehe: (Nr. 24) – Luise Henriette von Oranien (1627–1667), Tochter von Friedrich Heinrich (Oranien)
- (Nr. 28) – Wilhelm Heinrich (1648–1649)
- (Nr. 47) – Karl Emil von Brandenburg (1655–1674)
- (Nr. D) – König Friedrich I. in Preußen (1657–1713) ∞ Erste Ehe: (Nr. 45) – Elisabeth Henriette von Hessen-Kassel (1661–1683), Tochter von Landgraf Wilhelm VI. von Hessen-Kassel
- König Friedrich I. ∞ Zweite Ehe: (Nr. C) – Sophie Charlotte von Hannover (1668–1705), Tochter von Ernst August, Kurfürst von Hannover
- (Nr. 48) – Friedrich August (1685–1686)
- (Nr. 26) – Heinrich (1664–1664)
- (Nr. 27) – Amalia (1664–1665)
- (Nr. 30) – Ludwig von Brandenburg (1666–1687)
- Kurfürst Friedrich Wilhelm ∞ Zweite Ehe: (Nr. B) – Dorothea Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1636–1689), Tochter von Philipp (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg) (1584–1663)
- (Nr. 31) – Philipp Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1669–1711)
- (Nr. 91) – Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt (1672–1731) ∞ Marie Dorothea von Kurland (1684–1743), Tochter von Herzog Friedrich II. Kasimir Kettler von Kurland
- (Nr. 92) – Friedrich (1704–1707)
- (Nr. 39) – Karl Friedrich Albrecht von Brandenburg-Schwedt (1705–1762)
- (Nr. 38) – Louise (1709–1726)
- (Nr. 40) – Friedrich von Brandenburg-Schwedt (1710–1741)
- (Nr. 94) – Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1715–1744)
- (Nr. 34) – Karl Philipp von Brandenburg-Schwedt (1673–1695)
- (Nr. 95) – Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt (1677–1734)
- (Nr. 29) – Dorothea (1675–1676)
- (Nr. 11) – Johann Sigismund (1624–1624)
- (Nr. 49) – Sophie Dorothea von Hannover (1687–1757), Ehefrau von König Friedrich Wilhelm I. in Preußen, Tochter von König Georg I. von Großbritannien
- (Nr. 50) – Friedrich Ludwig (1707–1708)
- (Nr. 51) – Friedrich Wilhelm (1710–1711)
- (Nr. 53) – Charlotte Albertine (1713–1714)
- (Nr. 58) – August Wilhelm von Preußen (1722–1758) ∞ (Nr. 59) – Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1722–1780), Tochter von Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig
- (Nr. 61) – König Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1744–1797) ∞ (Nr. 62) – Friederike von Hessen-Darmstadt (1751–1805), Tochter von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt
- (Nr. 64) – Wilhelmine (1772–1773)
- (Nr. 65) – Friedrich Ludwig Karl von Preußen (1773–1796), gen. Louis
- (Nr. 66) – Friedrich Wilhelm Karl Georg (1795–1798)
- (Nr. 63) – (Sohn) (1777)
- (Nr. 88) – Karl Heinrich von Preußen (1781–1846), Großmeister der preußischen Johanniter
- (Nr. 87) – Wilhelm von Preußen (1783–1851) ∞ (Nr. 84) – Maria Anna Amalie von Hessen-Homburg (1785–1846), Tochter von Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg
- (Nr. 79) – Wilhelm (1811–1813)
- (Nr. 89) – Adalbert von Preußen (1811–1873)
- (Nr. 74) – Thassilo (1813–1814)
- (Nr. 86) – Waldemar von Preußen (1817–1849)
- (Nr. 56) – Heinrich von Preußen (1747–1767)
- (Nr. 60) – Georg Karl Emil (1758–1759)
- (Nr. 61) – König Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1744–1797) ∞ (Nr. 62) – Friederike von Hessen-Darmstadt (1751–1805), Tochter von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt
- (Nr. 55) – Anna Amalie von Preußen (1723–1787)
- (Nr. 67) – Ferdinand von Preußen (1730–1813) ∞ (Nr. 68) – Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt (1738–1820), Tochter von Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1700–1771)
- (Nr. 71) – Friederike Elisabeth Dorothea Henriette Amalie (1761–1773)
- (Nr. 70) – Friedrich Heinrich Emil Carl (1769–1773)
- (Nr. 72) – Ludwig (1771–1790)
- (Nr. 73) – Louis Ferdinand Prinz von Preußen (1772–1806)
- (Nr. 69) – Friedrich Paul Heinrich August (1776–1776)
- (Nr. 75) – August von Preußen (1779–1843)
- (Nr. 32) – Friederike von Brandenburg-Schwedt (1700–1701)
- (Nr. 33) – Georg Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1704–1704)
- (Nr. 54) – Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern (1715–1797), Ehefrau von König Friedrich II., Tochter von Herzog Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig
- (Nr. 52) – Ludwig (1717–1719)
- (Nr. 57) – Wilhelmine von Hessen-Kassel (1726–1808), Ehefrau von Heinrich Prinz von Preußen, Tochter von Landgraf Maximilian von Hessen-Kassel
- (Nr. 81) – Philippine von Brandenburg-Schwedt (1745–1800), Ehefrau von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, Tochter von Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1700–1771)
- (Nr. 76) – Namenlose Prinzessin (1794), Tochter von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
- (Nr. 77) – Friederike (1799–1800), Tochter von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
- (Nr. 78) – Ferdinand (1804–1806), Sohn von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
- (Nr. 83) – Namenloser Prinz (1806), Sohn von Prinz Wilhelm von Oranien
- (Nr. 82) – Friedrich Wilhelm Ferdinand von Hessen-Kassel (1806–1806), Sohn von Landgraf Wilhelm von Hessen-Kassel
- (Nr. 80) – Namenloser Prinz (1832), Sohn von Prinz Albrecht von Preußen
- (Nr. 88) – Anna (1858–1858), Tochter von Prinz Friedrich Karl von Preußen
- (Nr. 93) – unbekannt
Domgemeinde und heutige Funktion
Die Gemeinde der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin ist eine rund 1600 Mitglieder umfassende und seit Jahren wachsende Personalgemeinde. Sie gehört zum Kirchenkreis Berlin Stadtmitte im Sprengel Berlin und nimmt in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Sonderstellung ein.
Die besonderen rechtlichen Verhältnisse der Gemeinde sind in einer Ordnung der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin vom 28. November 2001 geregelt. Sie ersetzte die Ordnung von 1979, die wiederum eine Ordnung von 1812 ersetzt hatte.
Ihrem Leitungsgremium, dem „Domkirchenkollegium“, gehören neben acht von der Gemeinde gewählten Domkirchenräten und den Dompredigern auch vier entsandte stimmberechtigte Mitglieder an: Je ein Vertreter der Bundesregierung und des Senats von Berlin werden auf deren Vorschlag vom Rat der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD gewählt, das Amt der UEK und die Landeskirche entsenden je einen weiteren Vertreter. Vorsitzender des Gremiums ist seit Anfang 2017 Lammert R. Wijma. Die beiden Pfarrstellen der Gemeinde werden wegen der Bedeutung des Doms über die Grenzen der Landeskirche hinaus deutschlandweit ausgeschrieben. Amtierende Domprediger sind Petra Zimmermann (seit 2006), Thomas C. Müller als geschäftsführender Domprediger (seit 2010) und Michael Kösling (seit 2013) sowie Birte Biebuyck (Pfarrerin im Ehrenamt seit 2007).
Neben den Dompredigern halten turnusmäßig der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Heinrich Bedford-Strohm, der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke, sowie die Auslandsbischöfin der EKD, Bischöfin Petra Bosse-Huber, Gottesdienste im Dom. In loser Folge leiten zudem die übrigen Bischöfe der Gliedkirchen der EKD den Abendmahlsgottesdienst am Sonntagmorgen. Den Titel eines Ehrendompredigers führen der Bischof von London, Rt. Rev. Richard Chartres, sowie der Tübinger Theologe Eberhard Jüngel, die beide regelmäßig am Dom zu Gast sind.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs fanden Gottesdienste und Andachten in der Gruftkirche und ab 1980 in der wiederhergestellten Tauf- und Traukirche statt. Seit 1993 gibt es wieder tägliche Gottesdienste in der Predigtkirche.
Im Berliner Dom fanden die Staatstrauerakte für die ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (Februar 2006), Richard von Weizsäcker (Februar 2015) und Roman Herzog (Januar 2017), ein ökumenischer Dankgottesdienst zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge (März 2007) sowie die offizielle Trauerfeier für die drei in Afghanistan getöteten deutschen Personenschützer (August 2007) statt.
Source: https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Dom
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