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Tourismus / Transport

Ölförderung

Das Zentrum der Erdölförderung aus der Nordsee ist Aberdeen. Hier hat das Ölgeschäft die Fischerei seit den 1970er Jahren abgelöst. Die jährlichen Steuereinnahmen aus dem Ölgeschäft betrugen 2012 mehr als 7 Milliarden Pfund Sterling. Der Wert der Ölreserven in der Nordsee vor Schottland wurde 2013 auf mehr als 4 Billionen Pfund geschätzt. Allerdings kommen die Steuereinnahmen nicht Schottland alleine, sondern dem Vereinigten Königreich insgesamt zugute – ein Umstand, der die politische Diskussion um die Unabhängigkeitsbestrebungen Schottlands befeuert.

Whisky

Der Export von schottischem Whisky stieg 2011 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent und erreichte erstmals die Marke von 4,2 Milliarden Pfund. Wichtigster Abnehmer waren die USA, gefolgt von Frankreich und Singapur. Exporte in Schwellenländer wuchsen sprunghaft. Deutschland folgt auf dem 7. Platz.

Erneuerbare Energien

Bis 2020 sollen nach Plänen der Regionalregierung in Schottland bis zu 100 Prozent des produzierten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Im Jahr 2015 deckten erneuerbare Energien 57,4 % des schottischen Strombedarfs; knapp 8 % mehr als noch 2014. 2015 wurden etwa 21.673 Gigawattstunden ökologisch produziert. Wichtigste erneuerbare Stromquelle war die Windenergie (On-/Offshore), die 13.837 GWh lieferte. Es folgten Wasserkraftwerke mit 5780 GWh, Biomasse mit 1337 GWh, Deponiegas mit 503 GWh und Photovoltaik mit 187 GWh, ein kleiner Anteil entfiel auch auf Meeresenergie und andere erneuerbare Energien.

Besonders die Windenergie hat für die Zukunft weiterhin hohe Wachstumschancen. Die schottische Regierung sieht im Ausbau der Windenergie mit einem geschätzten Investitionsvolumen von bis zu 30 Mrd. Pfund ein entscheidendes Kriterium für wirtschaftliches Wachstum und die Entstehung von bis zu 40.000 neuen Arbeitsplätzen insbesondere in den ländlichen Gebieten. 2013 beschäftigte der erneuerbare Energiesektor etwa 11.700 Menschen. Im August 2016 lieferten Windkraftanlagen erstmals über den Lauf eines gesamten Tages mehr Strom als in Schottland während dieses Tages nachgefragt wurde.

Medien und Software

Der sogenannte Kreativsektor (Creative industry), bestehend aus Literatur, Film, Mode, Software und Computerspielen, trug 2010 mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Pfund zur schottischen Wirtschaftsleistung bei. Diese Branchen beschäftigten 2011 rund 64.000 Menschen.

Medien

Nationale Zeitungen wie der Daily Record, The Herald und The Scotsman werden alle in Schottland produziert. Wichtige regionale Tageszeitungen sind die Evening News in Edinburgh, The Courier aus Dundee im Osten und The Press and Journal, das Aberdeen und den Norden bedient. Schottland ist auf dem Celtic Media Festival vertreten, das Film und Fernsehen aus den keltischen Ländern präsentiert. Schottische Teilnehmer haben seit Beginn des Festivals im Jahre 1980 viele Preise gewonnen.

Im Fernsehen in Schottland werden weitgehend die gleichen Sendungen wie im Vereinigten Königreich gezeigt. Der nationale Sender ist aber BBC Scotland, ein konstituierender Teil der British Broadcasting Corporation, den öffentlich finanzierten Sender des Vereinigten Königreichs. Es laufen drei nationale Fernsehsender, und die nationalen Radiosender, BBC Radio Scotland und BBC Radio nan Gaidheal, unter anderem. Schottland hat auch einige Sender in der gälischen Sprache. BBC Alba ist der nationale Gälisch-sprachige Fernsehkanal. Der wichtigsten schottische kommerzielle Fernsehsender ist STV.

Landwirtschaft

Die jährlichen Erlöse der Landwirtschaft betrugen im Jahr 2011 746 Millionen Pfund.

Mehr als drei Viertel der Fläche Schottlands werden für die Landwirtschaft genutzt; zu etwa gleichen Teilen für Weidewirtschaft und Anbau von Nutzpflanzen. Am meisten angebaut werden Gerste, Weizen, Hafer und Kartoffeln, daneben Gemüse und Obst. In den Highlands, den Inseln und den Southern Uplands dominiert die Schafzucht; generell spielt auch die Rinderzucht eine große Rolle. Schottisches Fleisch und schottische Zuchtrinder genießen einen guten Ruf. Die Milchwirtschaft hat eine untergeordnete Bedeutung.

Mehr als 50 Prozent des gesamten Grund und Bodens gehören weniger als 500 Familien. So ungleich ist die Verteilung in keinem anderen Land der westlichen Welt. Sie geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als sich schottische Adlige im Zuge der Reformation das Land der Auld Kirk aneigneten. Seitdem haben sich die Besitzverhältnisse im Wesentlichen erhalten. 2012 gründete die Regierung die Scottish Land Reform Review Group mit dem Ziel, diese Ungleichheit zu mindern. Auch der größere Teil der Erlöse aus Windparks in Höhe von insgesamt 1 Milliarde Pfund geht an die Großgrundbesitzer. Ein Gesetz wurde vorgeschlagen, das den zwangsweisen Verkauf von Land der Großgrundbesitzer an die Pächter vorsieht, die es zum Teil seit Generationen bewirtschaften.

Tourismus

Der Tourismus-Sektor ist für die schottische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass die Gesamtausgaben für Übernachtungen und Tagesbesucher in Schottland im Jahr 2015 rund 8,9 Milliarden Pfund betrugen - dies umfasste Ausgaben von Übernachtungsgästen von 4,9 Milliarden Pfund und Ausgaben von Tagesbesuchern von 3,9 Euro Milliarden Pfund. Im Jahr 2015 zog Schottland über 14,6 Millionen Besucher an. Die Einnahmen aus dem Tourismus betragen rund 12 Milliarden Pfund an Wirtschaftstätigkeit und tragen rund 6 Milliarden Pfund zum schottischen Bruttoinlandsprodukt (in den Grundpreisen) bei. Dies entspricht etwa 5% des gesamten schottischen Bruttoinlandsprodukt.

Der Tourismus-Sektor unterhält etwa 200.000 Arbeitsplätze, hauptsächlich Dienstleistungen. Den größten Besucheranteil bilden Touristen aus Großbritannien. Die meisten ausländischen Besucher kommen aus den Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich, Australien, Niederlande und Kanada.

Schottland wird allgemein als sauberes und relativ unberührtes Reiseland angesehen, mit bildschönen Landschaften, einer langen und komplexen Geschichte, verbunden mit tausenden historischen Stätten und Sehenswürdigkeiten, darunter prähistorische Steinkreise, Megalithen und Grabkammern sowie verschiedene Relikte aus der Bronze-, Eisen- und Steinzeit. Ferner gibt es viele historische Schlösser, Gebäude, Schlachtfelder, Ruinen und Museen. Viele Menschen fühlen sich von der schottischen Kultur angezogen.

Währung

Eine schottische Eigenheit gibt es bei der Währung. Zwar wird in Schottland wie im Rest des Vereinigten Königreiches in Pfund Sterling bezahlt – allerdings dürfen die drei großen schottischen Banken Bank of Scotland, Royal Bank of Scotland und Clydesdale Bank ihre eigenen Banknoten herausgeben. Zusammen mit den Noten der Bank of England gibt es in Schottland also vier verschiedene Geldscheine in jedem Nennwert. Allerdings werden die schottischen Pfund Sterling nicht in jedem Geschäft außerhalb Schottlands akzeptiert. Man kann die Banknoten aber bei allen Banken gebührenfrei in „nichtschottische“ Noten umtauschen.

Kaufkraft

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Schottland einen Index von 100 (EU-28: 100) im Jahr 2013.

Verkehr

Straßen

Die schottischen Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen werden von Transport Scotland verwaltet. Der Rest des Straßennetzes wird von den schottischen Gemeinden in jedem ihrer Gebiete verwaltet. Eine Besonderheit Schottlands sind vor allem im Norden die Single track roads, einspurige Straßen mit regelmäßigen Ausweichstellen. Auf Nebenstrecken sind sie die Regel, aber auch manche Abschnitte von Hauptstraßen sind als Single track roads ausgeführt. Der Großteil der Hauptstraßen ist jedoch zweispurig und in der Regel auch gut ausgebaut. Eine 500 Meilen lange Rundstraße (Northcoast 500) umrundet den Nordteil des Landes in Küstennähe.

Busse

Scottish Citylink und Megabus sind die beiden wichtigsten Fernverkehrsbetreiber in Schottland und arbeiten derzeit als Joint Venture zusammen, doch wird das Abkommen von der Wettbewerbskommission überwacht, um sicherzustellen, dass es keinen Schaden für Fernreisende in Schottland verursacht. National Express bietet Busverbindungen mit Städten in England und Wales sowie lokale Busse in Dundee und Angus unter den Marken Xplore Dundee und Travel Wishart an. Zahlreiche lokale unabhängige Busunternehmen betreiben auch Busdienste in ganz Schottland sowie Lothian Buses, Edinburghs größter Busbetreiber und Schottlands letztes Stadtbahnbusunternehmen.

Luftverkehr

Schottland hat neben lokalen Landeplätzen mit z. B. Verbindungen zu den Orkneys internationale Flughäfen in Aberdeen, Edinburgh, Glasgow und Prestwick. Highlands and Islands Airports Ltd. ist ein schottisches Staatsunternehmen mit Sitz auf dem Flughafen Inverness, das Unternehmen betreibt mehrere Flughäfen in Schottland.

Fluggesellschaften in Schottland:

  • Airtask Group betreibt für das Shetland Islands Council die Flüge zwischen den Inseln der Shetlands, deren Hauptbasis ist der Tingwall Airport
  • bmi regional ist eine Regionalfluggesellschaft mit einer Geschäftsstelle am Flughafen Glasgow und Operationsbasis am Flughafen Aberdeen International, wo auch der Leitstand der Fluggesellschaft sich befindet
  • Eastern Airways ist eine Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Kirmington, North Lincolnshire und Basis auf dem dortigen Humberside Airport, das Haupt-Drehkreuz der Fluggesellschaft ist allerdings der Flughafen Aberdeen International
  • Hebridean Air Services ist eine schottische Regionalfluggesellschaft mit Sitz am Flughafen Cumbernauld in North Lanarkshire und Hauptbasis auf dem Flughafen Oban
  • Loganair ist eine schottische Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Glasgow und Hauptbasis auf dem Flughafen Glasgow International

British Airways, Flybe, Jet2, Ryanair und EasyJet bieten alle Flüge zwischen Schottland und anderen großen britischen und europäischen Flughäfen an.

Eisenbahn

Das Eisenbahnnetz ist wegen der geringen Bevölkerungsdichte, der anspruchsvollen Topographie und diverser Stilllegungen im Rahmen der Beeching Axe in den Highlands und den Borders wesentlich dünner als im Central Belt. In die Highlands führen lediglich Verbindungen nach Oban, Mallaig sowie über Inverness nach Kyle of Lochalsh und Thurso. Fast alle Strecken werden von ScotRail betrieben, einer Tochtergesellschaft von Abellio mit Ausnahme des Nachtzugs Caledonian Sleeper nach London-Euston. Das Schienennetz gehört jedoch der gesamtbritischen staatlichen Network Rail. Grenzüberschreitende Intercity-Dienste werden von CrossCountry, TransPennine Express, Virgin Trains East Coast und Virgin Trains betrieben.

Die Glasgow Subway ist das einzige U-Bahn-System in Schottland und wird von der Strathclyde Partnership for Transport betrieben. Die am 31. Mai 2014 eröffnete Edinburgh Trams ist die einzige Straßenbahn in Schottland und wird von der Edinburgh Trams Ltd. betrieben.

Fähren

Zwischen dem schottischen Festland und den schottischen Inseln gibt es viele regelmäßige Fährverbindungen. Diese werden im Westen überwiegend von Caledonian MacBrayne betrieben, im Norden von Northlink Ferries. Einige sind auch in der Hand von lokalen Betreibern. Die wichtigsten Fährhäfen im Westen sind Oban und Mallaig.

Internationale Fährverbindungen wurden dreimal wöchentlich von Norfolkline (davor von Superfast Ferries) von Rosyth (bei Edinburgh) nach Zeebrugge in Belgien angeboten. Diese Fährverbindung wurde 2010 eingestellt. Norfolkline läuft jetzt täglich Newcastle upon Tyne an, das unweit der schottischen Grenze liegt. Einmal wöchentlich bot die Smyril Line von Lerwick (Shetland-Inseln) – später von Scrabster/Thurso (schottisches Festland) – nach Bergen in Norwegen sowie zu den Färöern und nach Island eine Fährverbindung an. Diese Verbindung wurde Ende des Jahres 2008 eingestellt. Im Jahre 2016 wurde die von P&O Ferries angebotene Fährverbindung von Larne (Irland) nach Troon (Schottland) eingestellt.

Es gibt mehrere Fährgesellschaften in Schottland einschließlich:

  • Caledonian MacBrayne, eine Tochtergesellschaft der David MacBrayne Ltd. ist ein öffentliches Fähr-Unternehmen mit Verbindungen zwischen dem Festland und allen größeren Inseln der Westküste
  • Northlink Ferries ist ein staatlich unterstütztes Unternehmen, das die Strecken zwischen Scrabster und Stromness, Orkney und zwischen Aberdeen und Lerwick, Shetland (wobei Kirkwall, Orkney auch angelaufen werden kann) bedient
  • Pentland Ferries ist ein privates Unternehmen das Auto- und Passagierfähren zwischen Gills Bay (Schottisches Festland) und St. Margaret’s Hope (Orkney) betreibt
  • John O' Groats Ferries betreibt die Strecke zwischen John o’ Groats (Schottisches Festland) und Burwick (Orkney)
  • Stena Line betreibt die Strecke zwischen Cairnryan und Belfast in Nordirland
  • P & O betreibt die Strecke von Cairnryan nach Larne in Nordirland
  • DFDS betreibt seit 2010 die Frachtfähre zwischen Rosyth und Zeebrugge, Belgien. Der Personenverkehr dieser Linie den früher Superfast Ferries und Norfolkline betrieben hatten, wurde 2011 eingestellt.
  • Western Ferries (Clyde) Ltd. ist ein privates Unternehmen, mit Sitz in Hunters Quay, Argyll, betreibt im Firth of Clyde die Strecke zwischen Hunters Quay und McInroy’s Point (Gourock)
  • Argyll Ferries, eine Tochtergesellschaft der David MacBrayne Ltd., wurde im Jahre 2011 gegründet, betreibt Passagierfähren zwischen Gourock und Dunoon
  • SIC Ferries, im Besitz des Shetland Islands Council, ist die Fährgesellschaft die zwischen den Inseln der Shetlands verkehrt
  • Orkney Ferries, im Besitz des Orkney Islands Council, ist die Fährgesellschaft die zwischen den Inseln der Orkneys verkehrt

Die Strathclyde Partnership for Transport, ehemals Strathclyde Passenger Transport, ist die einzige regionale Passagier-Exekutive in Schottland die öffentliche Fähren auf den Clyde betreibt, einschließlich der Kilcreggan Ferry und der Renfrew Ferry.